Man hat sich geeinigt. Schon in den letzten Tagen hatte sich abgezeichnet, dass die Koalitionsgespräche zu einem erfolgreichen Ende kommen werden. Deutschland wird zum vierten fünften Mal eine schwarz-rote Koalition bekommen. Für die Bezeichnung Große Koalition reicht es nicht mehr. Die AfD stellt nun die zweitgrößte Fraktion im Bundestag und noch nie waren die Unionsparteien und die SPD zusammen zu schwach. Als 1966 die erste schwarz-rote Koalition gebildet wurde, stellten die Regierungsparteien 468 von 518 Abgeordneten. Bei den Wahlen im Jahre 1965 hatten sie zusammen fast 87 Prozent der Zweitstimmen erhalten. Die nächste Große Koalition unter der Führung von Angela Merkel, die nach der Bundestagswahl 2005 gebildet wurden, vereinte noch fast 70 Prozent der Wählerstimmen hinter sich. Bei der diesjährigen Wahl entfielen auf CDU/CSU und SPD gerade noch 45 Prozent. Wäre das BSW nicht knapp an der Fünf-Prozent-Hürde gescheitert, hätten die Unionsparteien und die SPD zum ersten Mal in der Geschichte der Bundesrepublik zusammen nicht über eine Mehrheit der Sitze im Bundestag verfügt.
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